Yul Tomatala
Monorail
Monokanal-Film, 20’, 2025-2026
WIR REDUZIEREN GEMEINSAM DEN STROMVERBRAUCH. DIE VIDEOARBEITEN DES MIRE-PROGRAMMS SIND VON 7:00 BIS 9:30 , 12:00 BIS 14:30 UND 17:30 BIS 20:00 GEZEIGT. DANKE UND GUTE REISE!
Das auf der Großleinwand des Bahnhofs Lancy Pont-Rouge gezeigte Video beginnt mit einem Countdown, der sich über drei Einstellungen erstreckt. Mit dieser Geste verankert Yul Tomatala sein Werk von Anfang an im Medium Film und in einer bestimmten Zeitlichkeit, nämlich der Mitte des 20. Jahrhunderts. Monorail wechselt zwischen mit einer Drohne gefilmten Sequenzen und Archivbildern aus der Schweizerischen Landesausstellung 1964 in Lausanne und der Weltausstellung 1967 in Montreal. Das Archiv vermischt sich mit der Gegenwart, und die Verbindung dieser beiden Register offenbart, wie der Künstler erklärt, die «strebenden Ambitionen der Modernität », die sich in einer veralteten Architektur materialisieren. Tomatala bedient sich einer klaren Bildsprache. Bestimmte Figuren verankern das Bild in einer Stadt – Genf, Lausanne oder Montreal – und versetzen den Betrachter von einem Ort zum anderen. So spiegeln beispielsweise die Bilder von Gebäudeverfall zu Beginn des Films den städtischen Kontext wider, der den Bahnhof Lancy Pont-Rouge umgibt, der sich derzeit im Umbruch befindet. Der Zug, das zentrale Element des Bahnhofs, taucht im Film in Form der Monorail auf, einem motorisierten Fahrzeug, das ein Wahrzeichen der Schweizerischen Landesausstellung von 1964 war. Die aus der Vogelperspektive gefilmten Strassennetze ermöglichen den Übergang von Lausanne nach Montreal. Die vom Künstler aufgenommenen digitalen Bilder bestehen aus langen Kamerafahrten, die den Passanten Zeit geben, die geometrischen Formen der modernistischen Architektur des vergangenen Jahrhunderts verständlich zu erfassen. Aber schließlich kippt die Kamera in einer unkontrollierten Bewegung, die an die Instabilität der von der Moderne gepriesenen Werte und Prinzipien erinnert. Das Bild wird unfassbar und unlesbar, explodiert schließlich und suggeriert, dass dieses gesamte System zum Verschwinden verurteilt ist.
Regie und Bilder: Yul Tomatala
Schnitt: Yul Tomatala und Orsola Valenti
Regieassistentin: Margot Sparkes
Drohnenpilot (CH): Cédric Souaille
Drohnenpilot (CA): Félix Brault
Archivbilder:
Archiv der Stadt Montreal
Le Ciné-Journal suisse / Sammlung Cinémathèque Suisse
RTS Radio Télévision Suisse – 1964
Danksagungen:
Die Kommanditgesellschaft von Habitat 67 und ihre Bewohner, das Archiv der Stadt Montreal, das Casino von Montreal, die Société du parc Jean-Drapeau, die Pressestelle der Internationalen Fernmeldeunion in Genf, der Fonds cantonal d’art contemporain sowie das gesamte Komitee des MIRE-Projekts.
Produktion: Fonds cantonal d'art contemporain, Genf, für das MIRE Programm