Malena Szlam
EARTHWORK
Digitales 4K-Video, digitalisiert von 16-mm-Film, für 7 Bildschirme, jedes Video dauert zwischen 2’30’’ und 3’30’’, Farbe, ohne Ton, in Endlosschleife, 2026
WIR REDUZIEREN GEMEINSAM DEN STROMVERBRAUCH. DIE VIDEOARBEITEN DES MIRE-PROGRAMMS SIND VON 7:00 BIS 9:30 , 12:00 BIS 14:30 UND 17:30 BIS 20:00 GEZEIGT. DANKE UND GUTE REISE!
Szlams EARTHWORK Serie besteht aus sieben Videos, deren Länge leicht variiert, um eine unendliche Vielfalt an zeitlichen Kombinationen zu ermöglichen. Diese Vielfalt zeigt sich auch in der Vielzahl der Landschaften und Motive, die mit einer 16-mm-Bolex-Kamera gefilmt wurden. Die Künstlerin hält Bilder in drei ökologisch bedeutsamen geografischen Gebieten fest: im Daintree-Regenwald in Australien, im gemäßigten Andenwald Araucaria im Süden Chiles und in der chilenischen Atacama-Wüste. Die Künstlerin beobachtet und hält sie fest, greift jedoch – im Gegensatz zu den Gesten der Land Art – in keiner Weise in die Räume ein, die sie durchquert, und verändert sie nicht. Der erste Ort, der Daintree-Regenwald, ist weltweit einzigartig aufgrund seiner Verflechtung von marinen und terrestrischen Ökosystemen. Dieser Wald transportiert Nährstoffe und Sedimente über Wasserläufe zum Great Barrier Reef. Trotz der weltweiten Bedeutung dieses Gebiets – der Wald zählt zu den ältesten Tropenwäldern und steht unter dem Schutz der UNESCO – ist er durch Abholzung und die massiven Klimaveränderungen der letzten Jahrzehnte bedroht. Der Araukarienwald stellt eine lebenswichtige Wasserquelle, einen natürlichen Lebensraum für eine artenreiche Flora und Fauna sowie ein kulturelles Erbe für die Bevölkerungsgruppen dar. Er ist zudem durch die Holzwirtschaft bedroht. Die Wüste wiederum ist von einem intensiven Lithiumabbau betroffen, der die dortigen tierischen und mineralischen Ökosysteme beeinträchtigt. Szlam versucht daher, den narrativen, kulturellen und natürlichen Reichtum, den diese Orte symbolisieren, mithilfe der Überbelichtung darzustellen – einem Verfahren, bei dem der Film zweimal belichtet wird, oft mit unterschiedlichen Motiven, wodurch ein Collagen-Effekt entsteht –, und gleichzeitig ihr Alter und ihre Verletzlichkeit zu betonen. Die Bilder sind das direkte Ergebnis des analogen Prozesses: Die Farben sind lebhaft und veranschaulichen die Intensität des gefilmten Raum-Zeit-Kontinuums. EARTHWORK präsentiert sich als eine Meditation, die Passant*innen dazu anregt, über unser Verhältnis zu Wasser, Erde und Himmel sowie zu den Kräften nachzudenken, die diese prägen und bedrohen.
Produktion: Fonds cantonal d'art contemporain, Genf, für das MIRE Programm