Khalil Berro

BREATHE

Generative Video, gesteuert durch Wetterdaten in Echtzeit, 10'20'', ohne Ton, 2024

Vom 29. April bis zum 14. Juni 2026 beherbergt der Fonds cantonal d’art contemporain die Biennale für Kunst und urbane Natur (re)connecting.earth auf den Bildschirmen des Mire-Programms, am Bahnhöfen Chêne-Bourg und Eaux-Vives !

BREATHE ist eine generative Videoarbeit, die die unsichtbaren Luftströme auf globaler Ebene untersucht. Anhand von atmosphärischen Echtzeitdaten berechnet es den Weg der von jedem Besucher eingeatmeten Luft und rekonstruiert deren Verlauf durch verschiedene Regionen der Welt. Diese Berechnungen, die in Zusammenarbeit mit Forschern des Instituts für Atmosphären- und Klimaforschung der ETH Zürich durchgeführt wurden, machen Strömungen sichtbar, die normalerweise nicht wahrnehmbar sind. Das im Rahmen der Biennale (re)connecting.earth (03) präsentierte Werk erscheint als Datenanzeige auf zwei der MIRE-Bildschirme. Die Betrachter entdecken dort in Echtzeit die Wege, die die von ihnen eingeatmete Luft zurücklegt, Stadt für Stadt, Region für Region. Diese minimalistische, fast unscheinbare Installation steht im Kontrast zur globalen Tragweite des Phänomens, das sie sichtbar macht: Die Luft in unseren Lungen kann uns mit einer Ölquelle in Texas oder einem Wald in Indonesien verbinden. Indem BREATHE die Herkunft und Zirkulation der Luft offenlegt, verwandelt es einen alltäglichen und unbewussten Vorgang – das Atmen – in eine Erfahrung globaler Verbundenheit. Die Luft wird zum Träger unsichtbarer Beziehungen zwischen weit entfernten Gebieten: Die Luft, die in unsere Lungen gelangt, kann Industriegebiete, Regenwälder oder Regionen durchquert haben, die von der Rohstoffgewinnung geprägt sind. Das Werk verdeutlicht so die gegenseitige Abhängigkeit von Umwelt und menschlichen Aktivitäten. Über seine wissenschaftliche Dimension hinaus regt BREATHE zu einer einfühlsamen Reflexion über unsere Beziehung zur Welt an. Das Projekt verdeutlicht die Durchlässigkeit von Grenzen und zeigt auf, wie Umweltphänomene geografische und politische Grenzen überschreiten. Indem er das wahrnehmbar macht, was unserer Wahrnehmung normalerweise entgeht, lädt Khalil Berro dazu ein, uns bewusst zu machen, dass wir Teil komplexer globaler Systeme sind, in denen uns jeder Atemzug mit der ganzen Welt verbindet.

Video präsentiert im Rahmen der 3. Biennale (re)connecting.earth, organisiert vom Verein art-werk.

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