Gabriel Massan

HOW DO WE GET THERE?

Mehrkanal-Videoinstallation mit Ton, Endlosschleife, 13'21, 2024. Werk produziert vom Fonds cantonal d'art contemporain, Genf, für das Programm Mire

Vom 29. April bis zum 14. Juni 2026 beherbergt der Fonds cantonal d’art contemporain die Biennale für Kunst und urbane Natur (re)connecting.earth auf den Bildschirmen des Mire-Programms, am Bahnhöfen Chêne-Bourg und Eaux-Vives !

HOW DO WE GET THERE? ist inspiriert vom brasilianischen Phänomen des „Train Hopping“, einer Praxis, bei der man heimlich auf Güterzüge aufspringt, um sich durch das Land zu bewegen. Diese informelle, oft riskante Art der Fortbewegung wird in dem Werk zu einer Metapher für zeitgenössische soziale Lebenswege. Die Fortbewegung ist hier nicht mehr nur eine einfache Reise von A nach B, sondern ein ungewisser Prozess, geprägt von Umwegen, Hindernissen und ständigen Anpassungen. In dieser Perspektive verlieren die Begriffe „Abfahrt“ und „Ankunft“ ihren linearen Charakter. Sie verwandeln sich in instabile Zustände, die ständig zwischen materiellen Zwängen und individuellen Bestrebungen, zwischen realer Geografie und subjektiver Erfahrung ausgehandelt werden. Der Verkehr, Symbol für Mobilität und Fortschritt, offenbart hier seine Grenzen und Ungleichheiten, insbesondere im Kontext des globalen Südens, wo die Infrastruktur keinen gerechten Zugang zu Fortbewegung gewährleistet. Die von Gabriel Massan konzipierte immersive Installation überträgt diese Realität in ein spekulatives Universum. Ein Raumschiff durchquert hybride Landschaften, die zugleich futuristisch und fragmentiert sind und sich der traditionellen Logik der Kartografie entziehen. Diese Gebiete scheinen außerhalb offizieller Rahmen zu existieren, wie Zwischenräume, in denen sich die Möglichkeiten des Bewegens und der Existenz neu definieren. Die digitale Ästhetik und die generierten Umgebungen tauchen den Betrachter in eine sinnliche Erfahrung ein, in der sich Fiktion, Erinnerung und Sozialkritik vermischen. Mit diesem Werk beleuchtet der Künstler eine Erfahrung der Fortbewegung, die von Prekarität, aber auch von Beharrlichkeit und Erfindungsreichtum geprägt ist. Das Erreichen eines Ziels erscheint als ungewisses, ja sogar unerreichbares Ziel. Dennoch wird die Bewegung selbst zum Wesentlichen: Weiterzugehen ist eine Form des Widerstands.

Video präsentiert im Rahmen der 3. Biennale (re)connecting.earth, organisiert vom Verein art-werk.

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